Der Blaue Zauber von Mondland (Kinderbuch & Katzenkalender) - Kater & Mehr, Kunst und Design, Kinderbuch & Katzenkalender 2020

© Silke Thümmler

Direkt zum Seiteninhalt

Der Blaue Zauber von Mondland (Kinderbuch & Katzenkalender)

+Übersicht                                              +Eine Herde Blauer Pferde             +Landschaft in der Malerei        
+Kater Leo, der Flederkater                   +Die Seeungeheuerdame                +Die Kegelrobben von Rügen
+Inspector Lizzy Bergmouse                  +13mal Katzenleben
+Der Blaue Zauber von Mondland         +Magisches Katzenland

Aus der Kinderbuchreihe um Kater Leo, den Flederkater: Der Blaue Zauber von Mondland

Leseprobe: So geht's los.....


Leo und der frühe Morgen

'Schlaftrunken kriecht er eine gläserne Röhre entlang, es ist ihm so unendlich müde zumute, die Augenlider zieht es ihm wieder und wieder herunter, mit aller Anstrengung versucht er seine Augen offen zu halten. Er kriecht weiter, es ist so mühselig, eingepackt in so ein silbrig glitzerndes Stoff-Ding, wie es Menschen immer tragen, sein Kopf ist nur noch unter einer Glaskugel sichtbar, die Glaskugel auf seinen Schultern ist schwer. Die Röhre wird immer länger, ist sie endlos? 982, 981, 980, 979, … tönt es irgendwo aus dieser Anlage von gläsernen Glocken, Kugeln, Röhren hier in Mondland, mitten auf dem Mond.'
Es ist so wichtig. Flederkater Leo soll eine Reise nach Mondland antreten. Dort weiß man, wie blaue Magie geweckt und genutzt wird und kann es Leo beibringen. Ein Kater mit weit schwingenden Flügeln, der jetzt schon tagsüber viel zu oft durch die Gegend segelt, ist in großer Gefahr, entdeckt zu werden, von Fremden, die ihm nicht wohlgesonnen sind, die ihn für ihre Zwecke nur missbrauchen würden. Was dann mit Leo und seinen Freunden geschehen würde, darüber will man nicht nachdenken, das will sich keiner ausmalen. Menschen können Monster sein, Menschen können richtig schlecht sein, und vielen ist das dann gar nicht mal bewusst. Selbst, wenn man Aufklärung betreibt, ist das oft und lange Zeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Aber: Hier, um Leo herum, gibt keiner auf, hier wirft keiner die Flinte ins Korn. Und deshalb soll Leo nach Mondland reisen, damit er magische Fähigkeiten erlernt und mit diesen Mitteln seine Optik verändern kann.
Wenn eine unter Naturschutz stehende Riesenfledermaus in Warenthin durch die Gegend segelt, ist das wesentlich ungefährlicher. Schaulustige gehen dann lieber in den Zoo, da hängen dann gleich mal 6 Stück davon im Tropenhaus von der Decke. Da ist ein Zoobesuch wesentlich bequemer und effektiver, obendrein werden Eis,  Kaffee,   Shoppingartikel geboten und es gibt auch einen Schlag Bildung gratis dazu. Für die lieben Kleinen. Passt. Und das ist gut so, denn dann hat Leo seine Ruhe.
'Es brodelt, irgendetwas brodelt und gurgelt.
Jetzt schieben ihn weißbehandschuhte Froschgestalten, deren Köpfe ebenfalls unter Glaskugeln sitzen und deren Augen unter kleineren Glaskugeln um ein Vielfaches vergrößert erscheinen, in ein schwarzes Loch, drücken ihn runter … KLappe zu … . 921, 920, 919, 918, … Es ist stockdunkel, auf einmal gehen Lichter an, Leo hängt irgendwie in einem Drehsessel, ist festgegurtet, überall Lämpchen auf Tafeln, Schaltpulten mit Knöpfen und Hebeln, … bloß nix anrühren …, 843, 842, 841, …
Ein Countdown? Hoffentlich nicht … Er denkt an seine Eltern, die rotgetigerte Katzendame, … 810, 809, 808, … brrr, was ist hier los? Es brodelt, es gurgelt, es wird lauter... Sind das Düsen,  Triebwerke, Raketen, Wasauchimmer? Sollen die warm laufen? Soll er das wirklich? Auf was hat er sich da eingelassen? Neiiiiiiiin………’
Kater Leo liegt im Landhaus unter seiner Bettdecke, die er gern zu einem Teil auch immer Nana überlässt und träumelt. Spielerisch. Von Mondland, und jetzt auch noch vom Mars.
‘An der übergroßen Wand ihm gegenüber schnurrt es und Licht blendet ihn. Funkelnde grüne Augen strahlen ihn von diesem Bildschirm her an, zwinkern. Sie schiebt ihre Pfoten nach vorn über ihren rosenbewachsenen Diwan, streckt sich, diesmal sind es sogar echte Rosen, die den Diwan hochranken. Die rotgetigerte Katzendame ... verfolgt sie ihn jetzt? Hinter ihr sind rotglühende Felder, dunkelrote Berge zu sehen, sind das dort Flammen, ist das Feuer? Was macht sie jetzt überhaupt auf dem Mars?'
Als Leo damals per dummen Zufall und seiner träumerischen Fähigkeiten im Himmel landete, mit seiner ihm eigenen Zuversicht doch tatsächlich Flügel erhielt und mit diesen obendrein auch wieder zurück nach Hause in die irdische Welt zurückkehrte, hatte er sie getroffen.....   ,die rotgetigerte Katzendame, auf einem rosengeschmückten Diwan, schwebend zwischen den Wolken. Er war ja sofort hin und wech gewesen, hatte er später so für sich zugegeben. Seit dem ging und geht sie ihm gar nicht mehr aus dem Sinn. Ach, das wäre etwas, sie wiederzutreffen.
'Leo Flederkater bekommt gerade weiche Knie, bloß gut dass er nicht steht. Er würde doch alles dafür tun, die Miez wiederzusehen. Aber soll er jetzt los auf eine Marsexpedition? Das Schnurren wird noch durchdringender, irgendwie beruhigend oder aufregend?
Och, nöööö….., zum Mars? Echt? Ist das euer Ernst?’
Leo ist jetzt wach. Er strampelt und pfötelt und schiebt so die Bettdecke und diesen Traum ganz energisch beiseite. Ein Ruck, ein Schwung, er hat sich aufgerichtet, strecken recken, gähnen. Er steigt auf Nana und trampelt und trampelt und legt sich auf ihren Hals und ihr Kinn, sie soll sich doch mal rühren. Nana dreht sich jetzt auch und Leo rutscht, lässt sich neben ihren Kopf plumpsen und endlich wird er beschmust. Nase an Nase reiben, er lässt sich von ihrer Stirn den Kopf massieren, hält die Augen geschlossen und schnurrt in einem hohen Ton. Pürr, pürr, brüüü … . Diesen Ton hat er sich bei Bummi, dem übergroßen roten Main Coon aus der Herrenhaus-Pension abgeschaut. Der ist jetzt der Kater von Jonathan und heißt eigentlich Kimba. Bummi rauft auch nicht, er begagelt nur Jonathan. Bummi schläft und schmust genauso gern wie Leo und mit Leo.  
Leo schnurrt wie in Trance und sinniert über seine Träume. Seit er beschlossen hat, eine Reise nach Mondland anzutreten, fragt er sich, wie diese Welt dort wohl sein mag und im Traum nimmt dieses Reich auf dem Mond die tollsten Formen an.
‘Eine Weltraumstation und eine Reise mit dem Raumgleiter zum Mars, eine Katzendame, die Leo verfolgt, wobei vielmehr folgen Leo's Gedanken immer ihr… Wen wundert's auch. Aber was für einen Mist man sonst noch träum kann!’, denkt sich Leo. Erst vorgestern musste er in so einem Traum durch einen Wald aus feuerspeienden Drachen, die miteinander Drachenschach spielten. Ein andermal waren in Mondland alle Menschen zu Robotern mutiert, so genannten Cyborgs. Da war nicht mehr viel Fleisch an ihnen, das Gehirn all dieser Gestalten bestand nur noch aus vorprogrammierten Leiterplatten mit sogenannter künstlicher Intelligenz, aber die Cyborgmenschen fanden sich selbst ganz toll, obwohl alle einen Sprung in der Schüssel hatten. Jede dieser Maschinen wiederholte ständig ein und dieselbe Aktion immer wieder mit lautem Scheppern, welch ein gräßlicher, ohrenbetäubender Krach! Wenigstens waren Nana und Jonathan nicht in diesem Gruseltrupp. Dann war da noch diese Bohnenranke gewesen, an der Leo zum Mond klettern musste, aber die ganze Nacht lang nicht ankam. Dagegen kamen ihm Unmengen von Spinnen entgegen, die er ja eigentlich interessant findet, aber müssen es gleich so viele sein, die dann einfach über ihn, das Hindernis, drüberhinwegkrabbelten? Soll Leo stolz sein auf seine Phantasie? Da ist er sich gar nicht so sicher, wie kann man sich nur so viel himmelschreienden Blödsinn einfallen lassen? Bloß gut, dass Leo das immer selber merkt und noch rechtzeitig aufwacht, vorm Durchdrehen. Kann es sein, dass er in seinem Katerleben zu viel in Nana’s Fernseher geschaut hat? Es soll ja Menschen geben, die schon Tagträume erlebt haben, davon hatte Nana einmal erzählt. Wie gehen die damit um, was träumt man denn da? Stehen die dann in der Innenstadt und alle Hochhäuser sehen wie Riesen mit tausend Augen aus? Aber Leo will ehrlich sein, seine eigenen Wunschtagträume haben ihm schließlich ein paar reinweiß strahlende Schwingen eingebracht und welcher Kater auf Erden kann sich schon Besitzer von Flügeln nennen. Das geht sonst nur im Himmel. Insofern können Tagträume so schlimm nicht sein, vielleicht kommt der Mist ja auch nur in der Nacht.
Leo schnurrt immer noch, aber langsam ist er fast schon wieder in einen Dämmerschlaf gefallen. Sein Pürr und Brüü klingt  in den höchsten Tönen, aber nur fast wie bei Bummi, das gesteht sich Leo neidlos ein. Er hat mittlerweile Nana seine Hals- und Kinnpartie entgegengestreckt, das streckt und glättet so schön die Haut und das Gekraultwerden in diesem Bereich ist besonders angenehm. Nochmal den Bauch hinstrecken, so ein Bauchkrauler entspannt alles, das geht bis in den Rücken, Leo versinkt in Tiefenentspannung. 'Nana soll bloß nicht aufhören', brummelt er bei sich.

Zurück zum Seiteninhalt